Stellungnahme zum Ausbau von Elternstart NRW

KRF NRW begrüßt Ausbau von Elternstart NRW

Mit der Ergänzungsvorlage zum Haushaltsjahr 2026 hat die Landesregierung die Finanzierung des Programms „Elternstart NRW“ mehr als verdoppelt. Die Förderung beträgt nun 2.388.700 Euro im Jahr 2026.

Als Verband sagen wir dazu:

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben grundlegend. Mit dem ersten Lebensjahr beginnt für Familien eine prägende Phase, in der sich Routinen entwickeln, Bindungen vertiefen und der gemeinsame Alltag neu ordnet. Dass das Land Nordrhein-Westfalen das Programm Elternstart NRW im Jahr 2026 mit rund 2,4 Millionen Euro ausbaut, ist ein starkes Signal für die Bedeutung früher Begleitung. Wir begrüßen ausdrücklich, dass Familienministerin Verena Schäffer diesen Schwerpunkt setzt und die Mittel deutlich erhöht.

Elternstart NRW richtet sich an Familien in ihrer ganzen Vielfalt. Gebührenfreie Kurse und offene Treffs schaffen Orientierung im ersten Lebensjahr, fördern Austausch und stärken das Vertrauen in die eigene elterliche Rolle. Der niedrigschwellige Zugang ist dabei ein zentraler Qualitätsfaktor: Angebote müssen wohnortnah, kostenfrei und praktisch erreichbar sein, damit sie tatsächlich alle Familien erreichen können.

Als KRF NRW e.V. vertreten wir insbesondere die Interessen kinderreicher Familien in Nordrhein-Westfalen. Familien mit mehreren Kindern bringen vielfältige Erfahrungen, Organisationskompetenz und ein starkes Miteinander in den Alltag ein. Gleichzeitig stellen unterschiedliche Altersphasen, Geschwisterdynamiken und die Koordination mehrerer Betreuungs- und Bildungszeiten besondere Anforderungen. Diese Perspektive ergänzt die Vielfalt familiärer Lebensrealitäten, die in der Weiterentwicklung familienbildender Angebote mitgedacht werden sollte.

Niedrigschwelligkeit bedeutet daher, Angebote so zu gestalten, dass sie unterschiedlichen Lebenslagen gerecht werden. Dazu gehört, dass die Teilnahme mit Baby und Geschwisterkindern möglich ist oder ergänzende Betreuungsstrukturen mitgedacht werden. Solche Rahmenbedingungen erhöhen die tatsächliche Teilhabe – nicht nur für größere Familien, sondern für alle, die familiäre Verantwortung im Alltag organisieren.

Aus unserer Sicht entfalten Programme wie Elternstart NRW ihre größte Wirkung dort, wo sie Austausch und Begleitung auf Augenhöhe ermöglichen. Viele Familien – ob mit einem oder mehreren Kindern – verfügen über wertvolle Erfahrungen und gewachsene Alltagskompetenzen. Familienbildung kann an diese Ressourcen anknüpfen, sie sichtbar machen und gezielt stärken. Formate, in denen Eltern voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen, wirken präventiv und stabilisierend, gerade in herausfordernden Lebensphasen.

Eine zeitgemäße Familienbildung nimmt das familiäre Gesamtsystem in den Blick. Themen wie das Ankommen eines weiteren Kindes, Geschwisterbeziehungen oder die Balance zwischen verschiedenen Alltagsanforderungen sind für manche Familien besonders präsent, für andere in anderer Form relevant. Entscheidend ist, dass Förderstrukturen und Programmgestaltung ausreichend flexibel bleiben, um diese unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten zu berücksichtigen.

Mit dem Ausbau von Elternstart NRW setzt Nordrhein-Westfalen ein klares familienpolitisches Zeichen. Wenn die Vielfalt von Familienformen konsequent mitgedacht und strukturelle Zugänge weiter gestärkt werden, kann dieses Programm seine präventive und verbindende Wirkung nachhaltig entfalten. Als Verband bringen wir unsere spezifische Perspektive gern konstruktiv in diesen gemeinsamen Prozess ein.

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